Eine Innendämmung mit Kalziumsilikatplatten ist eine sehr gute Lösung, wenn es darum geht, historische oder feuchteanfällige Außenwände zu dämmen, ohne die Bausubstanz durch Dampfbremse oder äußere Eingriffe zu belasten. Ich berichte hier aus der Praxis: wie ich Projekte plane, worauf ich achte, welche Fehler typisch sind und wie Sie Feuchte und Schimmel zuverlässig vermeiden.
Warum Kalziumsilikatplatten?
Kalziumsilikatplatten zeichnen sich durch hohe Sorptionsfähigkeit und kapillare Leitfähigkeit aus. Das bedeutet: sie nehmen Feuchte aus der Luft bzw. vom Mauerwerk auf, speichern sie und geben sie wieder ab, ohne dass sich Kondenswasser in der Dämmzone sammelt. Zudem sind sie diffusionsoffen, nicht brennbar und bieten guten Brandschutz sowie mechanische Stabilität für Wandverkleidungen.
Grundprinzipien der Planung
Bei einer Innendämmung geht es immer um das richtige Zusammenspiel von Baustoffen, Schichtaufbau und Feuchtehaushalt. Diese Fragen stelle ich zu Beginn jedes Projekts:
Die Antwort auf diese Fragen bestimmt Dicke und Schichtaufbau der Kalziumsilikatplatten sowie ergänzende Maßnahmen wie Innendämmung kombiniert mit zusätzlicher Wärmedämmung oder Dampfsperren, die in der Regel vermieden werden sollten.
Die hygrothermische Prüfung
Bevor ich eine Innendämmung plane, führe ich eine hygrothermische Bewertung durch. Wichtige Punkte sind:
Oft nutze ich einfache Taupunktbetrachtungen kombiniert mit Erfahrungswerten. Bei kritischen Fällen empfehle ich eine Simulation mit Programmen wie WUFI, vor allem wenn es sich um komplexe oder denkmalgeschützte Gebäude handelt.
Schichtaufbau und Materialwahl
Ein typischer Schichtaufbau von innen nach außen kann so aussehen:
Wichtig: Ich verwende stets mineralische oder kapillarleitfähige Kleber und Putze. Kunststoffbasierte Kleber oder diffusionsgeschlossene Aufbauten können die Funktion der Kalziumsilikatplatten beeinträchtigen und die Feuchte in die Wand drücken – das führt langfristig zu Schäden.
Typische Dicken und erzielbare U‑Werte (Orientierungswerte)
| Dicke Kalziumsilikatplatte | Erwarteter Einfluss auf U‑Wert (bei typischer Ziegelwand) |
|---|---|
| 20 mm | geringfügige Verbesserung, ca. 0,1–0,2 W/(m²K) |
| 40 mm | moderat, ca. 0,2–0,4 W/(m²K) |
| 60 mm | deutlich, ca. 0,3–0,6 W/(m²K) |
Diese Werte sind nur Vergleichswerte. Die tatsächliche Verbesserung hängt stark vom Bestand und der Kombination mit weiteren Maßnahmen ab. Bei sehr schlechtem Mauerwerk kann eine Einzelmaßnahme Innendämmung allein nicht ausreichen.
Worauf ich bei der Ausführung besonders achte
Aus meiner Praxis sind das die wichtigsten Ausführungsregeln:
Lüftung und Nutzerverhalten
Kein Baustoff ersetzt korrektes Lüftungsverhalten. Ich erkläre meinen Kunden immer:
Besondere Herausforderungen: Kellermauern und salzbelastete Wände
Kalziumsilikatplatten funktionieren gut bei feuchten, aber nicht zwangsläufig bei salzbelasteten Wänden. Bei Salzmigration steigt das Risiko, dass Putze ausblühen oder dass Materialien geschädigt werden. In solchen Fällen plane ich meist:
Typische Fehler, die Feuchteprobleme verursachen
Aus Erfahrung sind das die häufigsten Fehler, die zu Schimmel und Feuchte führen:
Checkliste für Ihre Planung
Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen gern ein individuelles Angebot erstellen und vor Ort die notwendigen Untersuchungen durchführen, um eine sichere, schimmelvermeidende Innendämmung mit Kalziumsilikatplatten zu planen. Bei Bedarf biete ich auch eine hygrothermische Simulation und die Koordination mit Putzern und Architekten an — so stelle ich sicher, dass Ihre Räume langfristig trocken, warm und gesund bleiben.