Trockenbau

Wie viel platz spart eine knauf readyboard-trennwand wirklich im vergleich zu einer mauer und wo liegen die versteckten kosten?

Wie viel platz spart eine knauf readyboard-trennwand wirklich im vergleich zu einer mauer und wo liegen die versteckten kosten?

Als Inhaberin von Bader Trockenbau werde ich oft gefragt: Wie viel Platz spart eine Knauf ReadyBoard-Trennwand wirklich im Vergleich zu einer Mauer – und wo liegen die versteckten Kosten? In diesem Beitrag schildere ich aus praktischer Perspektive meine Erfahrungen, messe Vor- und Nachteile ab und zeige, worauf Sie bei der Planung achten sollten.

Was ist eine Knauf ReadyBoard-Trennwand kurz erklärt?

Die Knauf ReadyBoard-Trennwand ist ein trockenbaubasiertes System: vorgefertigte Gipsfaserplatten (oder Gipskarton-Varianten) werden auf ein Ständerwerk montiert. Das System ist auf einfache, schnelle Montage ausgelegt und verspricht eine schmale Aufbauhöhe, hohe Ebenheit und saubere Oberflächen.

Platzvergleich: Trockenwand vs. Massivwand

Der größte Vorteil, den Kunden sofort bemerken, ist die geringere Wanddicke – und damit die effektive Raumgewinnung.

Wandtyp typische Wandstärke (mm) freier Platz gegenüber 1000 mm Massivwand
Einlagige ReadyBoard-Trennwand auf 75 mm Ständer (inkl. Platten) ca. 85–100 +900–915 mm
Doppellagige trennwand (schallschutzoptimiert) auf 100 mm Ständer ca. 140–160 +840–860 mm
Massivwand (z. B. Kalksandstein, 11,5 cm) 115–120 +880–885 mm
Massivwand tragend (z. B. 200 mm) 200 0 mm (Referenz)

Wichtig: Die hier genannten Werte sind typische Größen. In vielen Projekten erspare ich meinen Kunden durch den Einsatz einer ReadyBoard-Lösung gegenüber einer tragenden Beton- oder Ziegelwand leicht 8–12 cm Wanddicke pro Seite – das summiert sich bei mehreren Trennwänden schnell auf Quadratmeter im Raum.

Praxisbeispiel: Was bedeutet das konkret?

Stellen Sie sich ein kleines Büro von 3,5 x 4,0 m vor, das in zwei Räume geteilt werden soll. Wenn ich statt einer massiven Wand (z. B. 200 mm) eine ReadyBoard-Trennwand mit 100 mm Gesamtaufbau einbaue, gewinnt jeder Raum rund 5–10 cm nutzbare Breite zurück. Das klingt wenig – macht aber bei Möbeln, Stauraum oder Bewegungsflächen einen spürbaren Unterschied. Bei mehreren Trennwänden im Büro entsteht so schnell 0,5–1 m² mehr nutzbare Fläche pro Raum.

Worauf die Einsparung ankommt: Aufbauvarianten

Der tatsächliche Platzgewinn hängt von:

  • der gewählten Ständerbreite (z. B. 50, 75, 100 mm),
  • ein- oder doppelseitiger Beplankung,
  • Zusatzmaßnahmen wie Vorsatzschalen, Dämmmaterial oder Schallschutzlagen
  • und der Einbindung von Installationen
  • ab. Eine einseitig beplankte ReadyBoard-Wand ohne Installation ist am schlanksten, während eine schallschutzoptimierte Doppelwand deutlich dicker wird.

    Die versteckten Kosten – worauf ich Kunden immer hinweise

    Oft sehe ich bei der Entscheidung für Trockenbau nur den schnellen Materialpreis und die geringe Aufbauhöhe. Aber es gibt eine Reihe versteckter Kosten und Kompromisse, die Sie kennen sollten:

  • Schallschutzmaßnahmen: Eine einfache ReadyBoard-Trennwand reicht für normale Wohnbereiche oft aus. Für Büros, Besprechungsräume oder Mietwohnungen, in denen hoher Schallschutz gefordert ist, müssen zusätzliche Schichten, Entkopplungen und Dämmstoffe eingesetzt werden. Das erhöht sowohl die Wandstärke als auch die Kosten.
  • Installationsraum: Leitungen, Rohrdurchführungen und Elektrodosen benötigen Platz im Ständerwerk. Je mehr Technik durch die Wand geführt wird, desto breiter muss das Profil oder die Vorsatzschale sein.
  • Feuer- und Brandschutz: In Treppenhausbereichen oder zwischen Brandabschnitten sind spezielle feuerbeständige Konstruktionen nötig. Diese sind teurer und oft dicker (z. B. feuerhemmende Platten, Brandschutzdämmung).
  • Oberflächenarbeit: Knauf ReadyBoard liefert glatte Flächen, aber hochwertige Oberflächen erfordern Verspachtelung, Schleifen und ggf. Grundierung/Anstrich. Das ist Arbeitsaufwand, der bei der Entscheidung nach Materialstärke häufig unterschätzt wird.
  • Türen und Ausschnitte: Einbau von Zargen, Schallschutztüren oder einbruchhemmenden Türen kann aufwändig sein. Besonders bei schmalen Trennwänden gilt es, tragfähige Zargenprofile und ggf. zusätzliche Verstärkungen vorzusehen.
  • Aufwändige Anschlussdetails: Anschlüsse an Decken, Fußböden oder angrenzende Wände benötigen oft Fugenbänder, Dichtungen oder spezielle Profile. Unsachgemäße Anschlüsse führen zu Wärmebrücken oder Schallleckagen.
  • Lagerung und Transport: ReadyBoard-Platten sind empfindlich gegen Feuchtigkeit und stoßanfällig an Kanten. Unsachgemäße Lagerung kann zu Ausschuss führen – ein Kostenfaktor, den einige Bauherren nicht einkalkulieren.
  • Demontage und spätere Umbauten: Trockenbau ist leicht zu ändern – aber häufige Umbauten verursachen Material- und Entsorgungskosten. Massivwände sind teurer in der Errichtung, aber stabiler bei Nutzungsänderungen.
  • Normen und Prüfungen: Für höhere Anforderungen an Schallschutz oder Brandschutz sind Prüfzeugnisse und ggf. Gutachten nötig – das kann Planungs- und Prüfkosten verursachen.
  • Wann lohnt sich ReadyBoard – und wann eher eine Mauer?

    Aus meiner Erfahrung lohnt sich eine ReadyBoard-Trennwand besonders, wenn:

  • Schnelle Um- oder Ausbauarbeiten gefragt sind
  • Raumgewinn bei gleichzeitiger Kosteneffizienz wichtig ist
  • keine extrem hohen Schall- oder Brandschutzanforderungen bestehen
  • flexible Installationsführungen und spätere Änderungen wahrscheinlich sind
  • Eine Massivwand ist vorzuziehen, wenn:

  • hohe Schalldämmung ohne aufwendige Zusatzmaßnahmen gefordert ist
  • tragende Funktion oder besondere Widerstandsfähigkeit benötigt wird
  • Wärmespeicherung und thermische Masse wichtig sind
  • dauerhafte Nutzung ohne häufige Umbauten geplant ist
  • Konkrete Kalkulationspunkte, die ich immer berücksichtige

    Bei der Angebotserstellung rechne ich nicht nur die reinen Materialkosten für Platten und Profile. Wichtige Posten sind:

  • Arbeitszeit für Unterkonstruktion, Beplankung, Spachtel- und Oberflächenarbeiten
  • Dämmmaterial, Schallschutz- und Brandschutzkomponenten
  • Türzargen, besondere Beschläge und ggf. Schallschutztüren
  • Abdichtungen, Fugensysteme und Dichtbänder
  • Entsorgung von Baustellenabfällen und Ausschuss
  • Transporte und Schutzverpackungen
  • Mein Tipp an Bauherren

    Bevor Sie sich entscheiden, empfehle ich eine kurze Bestandsaufnahme: Welche Anforderungen haben Sie an Schall-, Brand- und Trittschutz? Wo sind Installationen vorgesehen? Wieviel Flexibilität soll die Trennwand später noch bieten? Oft lohnt es sich, in einer frühen Planungsphase einen Trockenbauberater oder uns als Handwerksbetrieb hinzuzuziehen – so lassen sich Aufbauhöhe, Materialien und Kosten realistisch gegenüberstellen.

    Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen ein kostenloses Kurzbriefing anbieten: ich schaue mir Lagepläne, Raumnutzung und Anforderungen an und zeige Ihnen Varianten mit konkreten Dickenangaben, Schall- und Brandschutzklassen sowie einer groben Kostenschätzung.

    Für viele Kunden ist die Knauf ReadyBoard-Lösung eine elegante und platzsparende Alternative zur Massivwand – vorausgesetzt, man berücksichtigt im Vorfeld die genannten Zusatzaufwände. Transparent geplant, lässt sich so eine technisch saubere, optisch ansprechende und wirtschaftliche Lösung realisieren.

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    05. Aug